Wie das Bewusstsein die Welt erschafft

Die Entstehung der Realität

Jörg Strakmuth
Starkmuth Publishing
ISBN: 978-3000145933

Ein gelber Kreis mit Flecken oder ein Planet im Weltall?
Wie sieht eine Fliege ihre Umgebung?
Sehen Hunde schwarz-weiß?

Wir ordnen was wir sehen schneller in Schubladen ein, als wir denken. Ich sah zuerst einen Planten, erst danach- beim Beschreiben- einen gelben Kreis.
Dies ist nur eines der Themen, die Jörg Strakmuth in seinem Buch behandelt: Wie wir die Welt der Dinge erschaffen.

Schon seine Einleitung gefällt mir gut. Er schreibt nicht über Wahrheiten, sondern stellt sein Weltbild vor, das er für sich im Laufe der Jahre zusammengetragen hat. Er lädt ein es zu betrachten und danach selbst zu urteilen, was einem plausibel erscheint und was man anders sehen will.

Wir erschaffen unsere Realität. Wir sind die Schöpfer unserer eigenen Welt. Im Bereich des Sehens wird dies auf einfache Weise einleuchtend: Tiere sehen die Welt allein deshalb anders, weil sie andere Augen haben. Auf dieser Ebene ist das plausibel, auch wenn niemand eine Anschauung dazu hat, wie seine Katze ihn sieht.

Wie weit dieses Schöpfertum geht, führt uns die Quantenphysik vor, indem sie zeigt, wie der Beobachter das Messergebnis ändert. Schon allein dies sollte man mehrfach lesen und verinnerlichen, denn es ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Dafür mag unser "Realostat" verantwortlich sein. Der "Realostat" ist eine schöne Wortschöpfung von Jörg Starkmuth, die einen Thermostaten mit der Realität verbindet: ein Regler, der unsere Realität konstant und konsitent hält.

Sehr gut gefällt mir, daß das Buch gegen Ende sehr praktisch wird. Es wird keine Lebensgestaltungsrichtung aufgeführt, die alles umsetzt, was beschrieben wurde und die man sich gesondert anschauen muß- wie in so manch anderen Büchern. Nein, er beschreibt selbst wie wir unsere Realität in das ändern können, was wir möchten.

So sehr wir auch Schöpfer unserer Welt sind, bleibt mir doch unklar, wie wir beispielsweise Quanten entdecken können- wie wir Forscher sein können. Eine mögliche Lösung, daß unsere Erde von anderen Wesen erschaffen wurde und wir somit ihre Schöpfung entdecken können, scheint mir keine ausreichende Erklärung zu sein. Aber vielleicht muß ich nur das Buch zum zweiten Mal lesen und kann Antworten darin entdecken, die ich bisher überlesen habe. Wundern würde mich das nicht, denn das Buch steckt voller alternativer Beschreibungen der Welt, deren Tragweite nur Stück für Stück klarer wird.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Es war nicht nur ein Vergnügen es zu lesen, es war auch eine große Bereicherung, von der ich immer noch zehre.
Zwei seiner Gedankengänge wurden in "Instinkte beruhigen" und "Die Muss-Realität" aufgegriffen.

Petra Sütterlin