Muß ich putzen oder will ich putzen? Muß ich verreisen oder will ich verreisen?
Vermutlich neigt man bei der ersten Frage eher zum "Ich muß putzen." und bei der zweiten Frage eher zum "Ich will verreisen."

Wir sind die Schöpfer unserer Welt, der Realität, in der wir leben.
Zum einen färbt unsere Perspektive, aus der wir die Welt betrachten, die Welt ein.
Zum anderen erschaffen wir exakt die Welt, die wir haben wollen. Maja Storch nennt das "Zielabschirmung"- allerdings im Zusammenhang von einem gelungenen Einklang zwischen bewußtem und unbewußtem Streben.

Wie unsere Perspektive die Welt einfärbt kennt man sehr gut von der rosaroten Brille der Verliebtheit. Durch sie betrachtet schmelzen Probleme dahin und wir konzentrieren uns auf die nächsten freudigen Momente mit dem geliebten Menschen.

Wir sind umgeben von zahlreichen Sinnesreizen und nur wenige davon gelangen in unser Bewusstsein. Dafür sorgt unser Körper, der alle Informationen ausfiltert, die wir gerade nicht benötigen. Steht wieder Putzen auf dem Plan, dann sehen wir viel mehr Staub und Dreck, als wenn wir uns auf unsere nächste Reise vorbereiten. Das ist die Bedeutung von "Zielabschirmung". Wir nehmen wahr, was für unser Ziel dienlich ist, alles andere blenden wir aus. Wenn wir verreisen wollen sorgt unser Unterbewußtsein mit dafür, daß es uns auch gelingt.

Was geschieht nun, wenn wir ein "Muß" anstreben?
Zweierlei.
"Ich muß putzen", also etwas unangenehmes tun, ruft zum einen den Gedanken hervor, daß etwas "schlimmes" passieren könnte, wenn ich es nicht tue. Es ist mit unangenehmen Gefühlen verbunden. Eigentlich wollen wir es lieber vermeiden- und beschwören es damit herauf.
Zum anderen fokussieren wir uns auf exakt diese Realität: putzen zu müssen.
Uns fällt ein Glas Saft auf den Boden: wir müssen es aufwischen. Die Suppe schwappt auf dem Weg zum Mund vom Löffel- wir müssen den Pullover waschen. Und damit bestätigen wir unsere Realität: wir müssen putzen.

"Ich will verreisen. Ich muß zum Bahnhof gelangen." ist auch ein Muß, jedoch eines, das sich logisch ergibt und den Schwerpunkt auf "verreisen" hat. Wir wollen damit nichts vermeiden.
Konzentrieren wir uns auf die Lösung, freuen wir uns auf diese, dann richten wir unseren Fokus auf genau diese Wirklichkeit aus- und erschaffen damit exakt diese Welt.

Denkfehler sind eine häufige Ursache von Problemen. Das Denken in Extremen (schwarz oder weiß), das Denken in Hierarchien (A ist besser als B). Schlußfolgerungen aufgrund von Tabus...
Die Zufallsbilder fordern unsere Kreativität, wenn wir uns darauf einlassen ein zufälliges Bild mit einem zufälligen Thema in Verbindung zu bringen. Üben wir uns darin, kann es uns in Bezug auf Probleme Stück für Stück gelingen, kreativer zu denken, mehr Lösungs- und Wahlmöglichkeiten zu erkennen. Wir "müssen" dann nicht mehr etwas bestimmtes tun, wir "können" es tun, können aber auch etwas anderes tun und etwas Drittes oder Viertes.
Und mit einem "wollen" sind wir dann sogar in der Lage diesen Mechanismus zu nutzen, um uns die Welt zu erschaffen, in der wir gerne leben. Denn wenn wir wissen, wofür wir etwas tun, werden Probleme von selbst kleiner. Wir nehmen Hürden mit links. Das Leben wird leicht.

Mehr dazu im Buch "Die Entstehung der Realität" ab Seite 299.